Zeit, Ort, Ruhe - zum Innehalten und Nachdenken

Als Berater und Trainer ist mir irgendwann dieser Gedanke gekommen: Vielleicht ist das Entscheidende für meine Kunden, dass ich ihnen einen Reflexionsraum bieten kann. Nicht nur im räumlichen Sinn als Ort, sondern auch als Zeit der Begleitung und Anleitung, als Ruhephase, als geschützten Bereich des Nachdenkens und Reflektierens. Wo man sich zum Beispiel auch als Führungsperson "gefahrlos" über das eigene Führungshandeln austauschen kann. Oder wo ein ganzes Team vertrauensvoll das gemeinsame Handeln und damit verbundene Verantwortung beobachten und besprechen kann.

Was soll daran Besonderes sein? 

In unserer "post-modernen Welt" ist es schlicht und ergreifend nicht mehr üblich, Reflexionsräume aufzusuchen oder zu schaffen:

  • Bei der Arbeit haben wir zu funktionieren und Ziele zu erreichen - und zwar möglichst schnell.
  • In der Freizeit fordern uns permanent soziale Netzwerke und vielfältige (Medien-) Angebote.
  • Selbst in Partnerschaft und Familie bleibt zum Austausch oft immer weniger Zeit.

Sinn und Zweck von Auszeiten

Unsere globalisierte Welt ist komplexer und teilweise unsicherer geworden. Und die Geschwindigkeit vieler Vorgänge hat dazu geführt, dass die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und Selbstreflektion vielen nicht mehr bewusst ist, ja manchen sogar abhanden gekommen ist. Zeiten der Reflexion sind jedoch wichtig - das sollte im "harten" Wirtschaftsleben nicht unterschätzt werden:

  • Besseres Vor- und Nachdenken hätte manchen schlimmen Fehler verhindern können.
  • Reflexion kann Klarheit und Struktur fördern - also Prozesse und Beziehungen verbessern.
  • Know-Why - wissen, warum etwas (so) getan wird, weckt unsere innere Anteilnahme.

Reflexionsräume sind vielfältig

Formen und Arten von Reflexionsräumen können sehr unterschiedlich sein. Der Begriff des Reflexionsraumes wird mittlerweile vor allem von Coaches verwendet: Im Coaching werden die zentralen Aspekte von Reflexionsräumen besonders anschaulich. Ich verstehe jedoch auch Seminare oder Vorträge, ja sogar Vorlesungen als Reflexionsräume. Selbst  in Organisations- oder Teamentwicklungs-Maßnahmen werden, wenn sie gut sind, Reflexionsräume geschaffen; besonders deutlich wird dies, wenn sich ein Team oder eine Geschäftsführung zu einer Klausur zurückzieht. 

Sie sehen: Für mich sind alle Settings meiner Beratungs- und Trainer-Arbeit vom Gedanken des Reflexionsraums durchzogen. Darüber hinaus habe ich aus dieser Erkenntnis heraus besondere Angebote modelliert, bei denen der Reflexionsraum ganz klar zum Ausdruck kommt. Etwa bei den Auszeit-Abenden oder meinem Weiterweg-Angebot.